Kurzinfos zu den Österreichisch-Iranischen Handelsbeziehungen
Zusammengestellt von Café Critique - Stand Dezember 2007
- Im November 2006 betonte der iranische Handelskammerpräsident Khamoushi: „Österreich ist für uns das Tor in die europäische Union.“ Irans Finanz- und Wirtschaftsminister Davoud Davoud Jarari unterstrich die strategische Position des Iran im Nahen Osten und Österreichs einzigartige Position in Europa und forderte die Ausweitung der gegenseitigen Handelsbeziehungen.
- Österreich hat nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft im Jahr 2006 Waren im Wert von 141 Millionen Euro aus dem Iran importiert und im Wert von 339 Millionen Euro in den Iran exportiert. Die österreichischen Ausfuhren in den Iran haben sich seit 2002 annähernd verdoppelt. Vergleicht man das allerdings mit den deutschen Exporten in den Iran, die sich schon lange im Milliarden-, nicht im Millionenbereich bewegen, wird deutlich, dass erst das anvisierte Milliarden-Geschäft der OMV Österreich zu einem langfristigen strategischen Partner der Mullah-Diktatur befördern würde.
- Die österreichischen Exporte in den Iran sind durch Staatsgarantien der Regierung abgesichert. 2005 stand der Iran laut der Österreichischen Kontrollbank an fünfter Stelle jener Nationen, die von derartigen Garantien profitierten. Seit 2004 existiert auch ein österreichisch-iranisches Investitionsschutz- und ein Doppelbesteuerungsabkommen.
- Am 21. April 2007 unterzeichnete die OMV eine Absichtserklärung für den Abschluss eines gemeinsamen Erdgasprojekts mit dem Iran. Laut OMV wird das Unternehmen in die Entwicklung eines Teils des Erdgasfeldes South Pars im Persischen Golf in eine Verflüssigungsanlage und in Bezugsverträge für Flüssigerdgas investieren. Das Unternehmen hat zwar keine Angaben zum Umfang der Investition veröffentlicht, der 'Standard' berichtete jedoch, dass sich der Vertrag mit der National Iranian Oil Company (NIOC) auf fast 22 Milliarden Euro über die nächsten 25 Jahre belaufe. Die OMV ist Österreichs größtes börsennotiertes Industrieunternehmen, der größte Ölkonzern in Mitteleuropa.
- Im Mai 2007 gab die Brauerei Ottakringer bekannt, dass sie im Iran eine Produktionsstätte zur Herstellung ihrer alkoholfreien Marke „Null Komma Josef“ im Wert von 25 Millionen Euro errichten wird.
- Die österreichisch-iranischen Handelsbeziehungen umfassen auch Rüstungslieferungen. Die österreichische Waffenfirma Steyr-Mannlicher lieferte in den letzten Jahren Präzisionsgewehre vom Typ Steyr HS.50 in den Iran. Nach Angaben des American Enterprise Instituts entfallen 11 Prozent des österreichisch-iranischen Handelsvolumens auf den militärischen Bereich.
- Auf der Öl-, Gas- und Chemiemesse in Teheran waren 2007 laut der Bundesagentur für Außenwirtschaft 17 österreichische Firmen vertreten. An der Internationalen Industriemesse Anfang September haben sich nach Angaben der österreichischen Botschaft in Teheran im selben Jahr mit Trotec, Frank & Dvorak, Alpen-Maykestag, Sirocco, beco und Tyrolit rennomierte Firmen aus der postnazistischen Republik beteiligt. Auch für die Internationale Energie- und Elektrizitätsmesse, die im November 2007 in Teheran stattfand, war die Teilnahme von österreichischen Firmen angekündigt. In Österreich rühmt man die “traditionell sehr guten Beziehungen zwischen dem Iran und Österreich", ist “stolz" darauf, dass man 2007 mit einem der größten Stände bei der Iranian Oil Show vertreten war und freut sich auf die österreichische Teilnahme an der 13. iranischen Öl-, Gas- und Petrochemiemesse im April 2008.